Kategorie: Strukturmechanik

  • FEM-Simulation von Klebeverbindungen – Präzise Spannungsanalyse für sichere Fügetechnik

    FEM-Simulation von Klebeverbindungen – Präzise Spannungsanalyse für sichere Fügetechnik

    Klebverbindungen spielen in modernen Konstruktionen eine zunehmend wichtige Rolle – von der Luft- und Raumfahrt über den Fahrzeugbau bis hin zu Windenergieanlagen und dem allgemeinen Maschinenbau. Im Gegensatz zu formschlüssigen Verbindungen wie Schrauben oder Nieten übertragen Klebeverbindungen Lasten flächig, reduzieren Kerbwirkungen und ermöglichen die Verbindung unterschiedlichster Werkstoffe. Umso wichtiger ist eine zuverlässige rechnerische Bewertung – insbesondere mit der Finite-Elemente-Methode (FEM).

    FEM-Modellierung von Klebverbindungen

    Ähnlich wie bei Schraubverbindungen können auch bei FEM-Modellen Klebverbindungen präzise berücksichtigt werden. Wir verwenden eine Modellierungstechnik, die nicht nur die globale Lastübertragung korrekt abbildet, sondern auch eine hinreichend detaillierte Bewertung der Spannungen innerhalb der Klebeschicht selbst ermöglicht. Damit lassen sich kritische Bereiche wie Klebeschichtränder, Überlappungszonen und Schälspannungspeaks zuverlässig identifizieren und bewerten.

    Warum ist die korrekte FEM-Modellierung von Klebschichten entscheidend?

    Die Klebeschicht ist trotz ihrer oft geringen Dicke das mechanisch maßgebende Element der Verbindung. Eine vereinfachte oder vernachlässigte Modellierung führt häufig zu:

    • Unterschätzung von Schälspannungen an den Rändern der Überlappung – einer der häufigsten Versagensmechanismen bei Klebverbindungen
    • Fehlerhafter Steifigkeitsabbildung des Gesamtsystems, besonders bei Mischbauweisen aus Metall und Faserverbundwerkstoffen
    • Unzureichender Bewertung von Ermüdungsbelastungen, die bei zyklischer Beanspruchung zum schleichenden Versagen der Grenzfläche führen können
    • Übersehen von Eigenspannungen aus dem Aushärteprozess, die die effektive Tragfähigkeit erheblich beeinflussen

    Unsere Modellierungsstrategie im Detail

    Je nach Anforderung und verfügbarer Rechenkapazität setzen wir unterschiedliche, aufeinander abgestimmte Modellierungsansätze ein:

    • Volumenelemente für die Klebeschicht – ermöglichen eine direkte, dreidimensionale Spannungsauswertung innerhalb des Klebstoffs, insbesondere für Normal- und Schubspannungskomponenten
    • Cohesive-Zone-Modelle (CZM) – bilden das progressive Versagen der Grenzfläche ab und eignen sich für Bruchmechanik- und Delaminationsanalysen
    • Tie-Constraints und Surface-to-Surface-Kontakte – für effiziente Modellierung in Systemsimulationen mit vielen Fügepartnern
    • Werkstoffmodelle für Klebstoffe – von linear-elastisch über viskoelastisch bis hin zu elastoplastisch, angepasst an den jeweiligen Klebstofftyp (Epoxidharz, Polyurethan, Acrylat etc.)

    Bewertungskriterien und Versagensnachweise

    Auf Basis der FEM-Ergebnisse führen wir eine strukturmechanische Bewertung nach anerkannten Regelwerken und internen Methoden durch:

    • Spannungsbasierte Nachweise für Schub-, Schäl- und Normalspannungen in der Klebschicht
    • Vergleich mit Klebstoff-Kennwerten aus Datenblättern oder eigenen Prüfungen (z. B. Zugscherprüfung nach DIN EN 1465)
    • Sicherheitsnachweise gegen kohäsives und adhäsives Versagen
    • Berücksichtigung von Temperatureinflüssen auf die Klebstoffeigenschaften (Glasübergangstemperatur, Wärmedehnung)

    Typische Anwendungsbereiche

    Unsere FEM-basierte Klebverbindungsanalyse kommt in vielen Branchen und Bauteilen zum Einsatz:

    • Strukturelle Klebungen im Leichtbau – Aluminium-CFK-Mischverbindungen, Sandwichstrukturen
    • Windenergieanlagen – Rotorblattverklebungen und Flanschverbindungen
    • Fahrzeugbau – Karosserieversteifungen, Scheibenverklebungen, Batteriegehäuse
    • Maschinen- und Apparatebau – Lager- und Dichtklebungen unter mechanischer und thermischer Last
    • Elektronik und Medizintechnik – miniaturisierte Klebeverbindungen mit hohen Zuverlässigkeitsanforderungen

    Jetzt Klebverbindung simulieren lassen

    Sie möchten die Tragfähigkeit einer Klebverbindung rechnerisch absichern oder ein bestehendes FEM-Modell um eine realistische Klebschichtmodellierung erweitern? Kontaktieren Sie uns.

  • FEM-Simulation mit Code_Aster – Über 10 Jahre Erfahrung in der Strukturanalyse

    FEM-Simulation mit Code_Aster – Über 10 Jahre Erfahrung in der Strukturanalyse

    Code_Aster ist einer der leistungsfähigsten und zugleich anspruchsvollsten Open-Source-Finite-Elemente-Codes weltweit – entwickelt und kontinuierlich gepflegt vom französischen Energiekonzern EDF. Mit einem Funktionsumfang, der viele kommerzielle FEM-Programme übertrifft, eignet sich Code_Aster besonders für komplexe strukturmechanische, thermische und gekoppelte Analysen im industriellen und wissenschaftlichen Umfeld.

    Wir verfügen über mehr als 10 Jahre praktische Erfahrung im professionellen Einsatz von Code_Aster und setzen diesen FEM-Code für ein breites Spektrum anspruchsvoller Berechnungsaufgaben ein – von der einfachen statischen Analyse bis hin zu hochkomplexen transienten Simulationen mit nichtlinearem Materialverhalten und Kontakt.

    Unsere Leistungen mit Code_Aster im Überblick

    Statische und transiente Strukturanalysen

    Ob Betriebslast, Impakt oder zeitveränderliche Einwirkung – wir berechnen das mechanische Verhalten von Bauteilen und Strukturen unter realistischen Lastbedingungen. Dabei nutzen wir die volle Elementvielfalt von Code_Aster:

    • Volumenelemente – für massive Bauteile, Schweißnähte und komplexe 3D-Geometrien mit detaillierter Spannungsauswertung
    • Schalenelemente – für dünnwandige Strukturen wie Bleche, Behälter, Rohrleitungen und Gehäuse mit hoher Recheneffizienz
    • Stab- und Balkenelemente – für Rahmentragwerke, Stahlkonstruktionen und Systemmodelle mit vielen Freiheitsgraden

    Kontaktprobleme und nichtlineare Analysen

    Kontaktprobleme gehören zu den numerisch anspruchsvollsten Aufgaben in der FEM. Code_Aster bietet hierfür robuste Algorithmen, die wir gezielt für Fragestellungen wie Presspassungen, Fügeverbindungen, Dichtflächen oder das Abheben von Bauteilen unter Betriebslast einsetzen. Auch geometrische und physikalische Nichtlinearitäten – etwa große Verformungen oder elastoplastisches Materialverhalten – werden korrekt abgebildet.

    Schraubverbindungen

    Die realistische Modellierung von Schraubenverbindungen in FEM-Modellen erfordert sowohl methodisches Know-how als auch Erfahrung mit den Eigenheiten des jeweiligen Solvers. Wir bilden Vorspannkräfte und das elastische Verhalten von Schraubenverbindungen nach bewährten Methoden ab – für belastbare Nachweise nach gängigen Regelwerken wie VDI 2230.

    Eigenfrequenzanalysen und Modalanalyse

    Die Kenntnis der Eigenfrequenzen und Schwingungsformen einer Struktur ist Voraussetzung für die Bewertung von Resonanzrisiken und die Auslegung schwingungsarmer Konstruktionen. Mit Code_Aster führen wir Modalanalysen durch und kombinieren diese bei Bedarf mit harmonischer oder transienter Schwingungsantwortberechnung – z. B. für rotierende Maschinen, Rohrleitungssysteme oder seismisch beanspruchte Anlagen.

    Warum Code_Aster – und warum mit uns?

    • Kein Lizenzkosten-Overhead – Code_Aster ist Open Source unter GPL-Lizenz und ermöglicht kosteneffiziente Berechnungen auch bei hohem Rechenvolumen oder parallelen Projekten
    • Hohe Solver-Qualität – der Code wird seit über 30 Jahren von EDF für sicherheitskritische Anwendungen in der Kerntechnik und Energieversorgung eingesetzt und validiert
    • Reproduzierbare, dokumentierte Ergebnisse – alle Simulationen werden nachvollziehbar aufgebaut und mit ingenieurmäßiger Bewertung der Ergebnisse abgeschlossen

    Typische Branchen und Anwendungsfelder

    Unsere Code_Aster-Projekte erstrecken sich über zahlreiche Industrie- und Ingenieurbereiche:

    • Maschinen- und Anlagenbau – Festigkeitsnachweise für Druckbehälter, Flansche, Schweißkonstruktionen
    • Energie- und Verfahrenstechnik – Rohrleitungsanalysen, Wärmetauscher, Behälterauslegung
    • Fahrzeug- und Schienenfahrzeugtechnik – Crashrelevante Strukturen, Betriebsfestigkeitsnachweise
    • Luft- und Raumfahrt – Leichtbaustrukturen mit Faserverbundwerkstoffen und Klebverbindungen
    • Bauwesen und Infrastruktur – Seismische Analyse, Stahlbau, Fundamentnachweise

    FEM-Berechnung mit Code_Aster anfragen

    Sie suchen einen erfahrenen Partner für strukturmechanische Berechnungen mit Code_Aster? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir besprechen Ihre Aufgabenstellung und erarbeiten gemeinsam eine effiziente und belastbare Simulationsstrategie.

  • Fluid-Struktur-Kopplung für Composite-Propeller: CFD mit OpenFOAM und Code_Aster

    Fluid-Struktur-Kopplung für Composite-Propeller: CFD mit OpenFOAM und Code_Aster

    Moderne Schiffs- und Strömungspropeller aus Faserverbundwerkstoffen bieten gegenüber klassischen Metallpropellern erhebliche Vorteile – geringeres Gewicht, verbesserte Kavitationseigenschaften und die Möglichkeit zur passiven Pitchanpassung durch gezielte Anisotropie. Doch ihre Flexibilität stellt die Auslegung vor besondere Herausforderungen: Die aerodynamische oder hydrodynamische Performance kann nur dann korrekt bewertet werden, wenn die strukturelle Verformung unter Betriebslast in die Simulation einbezogen wird.

    Composite-Propeller: Chancen und konstruktive Herausforderungen

    Propeller mit Flügeln aus Faserverbundwerkstoffen – insbesondere aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) – sind unter Betriebslasten elastisch verformbar. Diese Flexibilität ist kein Konstruktionsfehler, sondern kann gezielt genutzt werden:

    • Passive Pitchanpassung: Durch gezielte Faser-Orientierung verwindet sich der Flügel bei steigender Last in eine günstigere Anströmung – automatisch, ohne aktive Mechanik
    • Kavitationsreduktion: Die Anpassung der Blattgeometrie unter Last kann Druckspitzen glätten und so das Kavitationsrisiko senken
    • Lärmminderung: Geringere Druckpulsationen durch optimierte Lastverteilung über das Blatt
    • Gewichtsersparnis: CFK-Propeller sind bei gleicher Steifigkeit deutlich leichter als Bronze- oder Edelstahlpropeller

    Die Kehrseite: Bei der Auslegung muss die Verformung der Flügel unter Betriebslast zwingend berücksichtigt werden. Eine rein starre CFD-Simulation würde die tatsächliche Geometrie im Betrieb – und damit Schub, Drehmoment und Wirkungsgrad – systematisch falsch vorhersagen.

    Was ist Fluid-Struktur-Kopplung (FSI)?

    Die Fluid-Struktur-Interaktion (FSI) beschreibt die wechselseitige Beeinflussung zwischen einem strömenden Fluid und einer elastischen Struktur. Im Fall eines Composite-Propellers bedeutet das:

    • Das Fluid (Wasser oder Luft) erzeugt Druckkräfte auf die Propellerflügel
    • Die Struktur verformt sich infolge dieser Kräfte elastisch
    • Die veränderte Geometrie beeinflusst wiederum die Strömung – und damit die Druckverteilung
    • Dieser Kreislauf wird iterativ bis zur Konvergenz gelöst

    Je nach Steifigkeit der Struktur und Stärke der Strömungskräfte kann dieser Kopplungseffekt klein und vernachlässigbar sein – oder so dominant, dass er die Auslegung grundlegend bestimmt. Bei flexiblen Composite-Propellern ist Letzteres der Regelfall.

    Unsere Softwarelösung: OpenFOAM + Code_Aster vollständig gekoppelt

    Wir haben eine spezialisierte Softwarelösung für die FSI-Simulation von Composite-Propellern entwickelt, die zwei führende Open-Source-Programme zu einem leistungsfähigen, vollautomatisierten Workflow verbindet:

    • OpenFOAM übernimmt die CFD-Simulation: Berechnung des Strömungsfeldes, der Druckverteilung und der hydrodynamischen Kräfte auf den Propellerflügel – inklusive rotierender Gitterregionen (MRF oder Sliding Mesh)
    • Code_Aster löst die strukturmechanische Seite: Finite-Elemente-Analyse des anisotropen Verbundwerkstoffs unter den übertragenen Fluidkräften, Berechnung von Verformungen und Spannungen im Laminat
    • Ein Kopplungsalgorithmus überträgt Kräfte und Verschiebungen zwischen beiden Solvern und aktualisiert das CFD-Rechengitter entsprechend der strukturellen Verformung (dynamisches Mesh Morphing)

    Beide Werkzeuge sind vollständig quelloffen – ohne Lizenzkosten, mit voller Transparenz und maximaler Anpassbarkeit an spezifische Projektanforderungen.

    Technische Besonderheiten unserer FSI-Lösung

    • Anisotrope Materialmodellierung: Code_Aster bildet den laminaren Aufbau von CFK- und GFK-Strukturen schichtenweise ab – inklusive richtungsabhängiger Steifigkeits- und Festigkeitseigenschaften
    • Kavitationsmodellierung: Optional kann die FSI-Simulation um ein Kavitationsmodell erweitert werden, um die Wechselwirkung zwischen Phasenumwandlung und Blattverformung zu erfassen
    • Automatisierter Workflow: Die gesamte Simulationskette – Vernetzung, Solver-Setup, Kopplung, Post-Processing – ist im InsightCAE-Framework skriptgesteuert und reproduzierbar

    Ergebnisse und Kennwerte aus der FSI-Simulation

    Aus einer vollständigen Fluid-Struktur-Simulation für Composite-Propeller erhalten Sie unter anderem:

    • Schub- und Drehmomentkennlinien unter Berücksichtigung der realen Betriebsgeometrie
    • Verschiebungsfeld (daraus Durchbiegung, Verdrehung, Torsion) über das gesamte Propellerblatt
    • Spannungs- und Dehnungsverteilungen im Laminat – Grundlage für Festigkeitsnachweise nach Puck, Tsai-Wu oder ähnlichen Kriterien
    • Druckverteilung auf der Saug- und Druckseite der Flügel
    • Kavitationsindex und Kavitationsausbreitung (bei erweiterter Modellierung)
    • Effizienz und Betriebspunktstabilität über den gesamten Kennlinienbereich

    Anwendungsgebiete

    Unsere FSI-Lösung für Composite-Propeller ist in folgenden Bereichen einsetzbar:

    • Schiffspropeller aus CFK oder GFK für Hochleistungs- und Sportboote
    • Unterwasserdrohnen und AUV-Antriebe mit Geräuschemissions- oder Leichtbauanforderungen
    • Windturbinen-Rotorblätter (Kleinwindanlagen, vertikalachsige Systeme)
    • Gezeiten-Strömungsturbinen mit flexiblen Verbundwerkstoffblättern
    • Forschungsanwendungen zur Validierung von FSI-Algorithmen

    Fazit: Präzise Propellerauslegung durch physikalisch konsistente FSI-Simulation

    Wer Composite-Propeller mit starrer CFD auslegt, riskiert systematische Fehler in Leistungsvorhersage und Strukturauslegung. Unsere gekoppelte Simulationslösung auf Basis von OpenFOAM und Code_Aster schließt diese Lücke – kosteneffizient, transparent und vollständig automatisiert. Damit legen Sie Composite-Propeller so aus, wie sie tatsächlich arbeiten: verformt, belastet und leistungsoptimiert.

    Sie entwickeln einen Propeller aus Faserverbundwerkstoffen und benötigen eine belastbare FSI-Simulation? Kontaktieren Sie uns – wir begleiten Sie von der Geometrie bis zum validierten Ergebnis.